Aquakultur in Norwegen

Wie wird Lachs gezüchtet ?
Der Weg vom Rogen bis zur Kühltheke.

FISCHROGEN

Der erste Produktionsschritt in der LachsAquakultur erfolgt in einem Inkubator. Wie auch bei Wildlachsen wird der Fischrogen in Süßwasser befruchtet. Nach etwa 60 Tagen in acht Grad Celsius kaltem Wasser schlüpfen die Lachsbrütlinge.

BRUT

Nach dem Schlüpfen haben die Lachsbrütlinge einen Dottersack am Magen, aus dem sie ihre Nahrung beziehen. In dieser Phase nennt man sie „Dottersackbrutfische“. Vier bis sechs Wochen nach dem Schlüpfen können die Brütlinge gefüttert und in Süßwassertanks umgesetzt werden.

SMOLT

Nach zehn bis 16 Monaten wiegen die Lachse zwischen 60 und 100 Gramm und sind bereit für die Übersiedelung vom Süss zu Salzwasser. In dieser Zeit verlieren sie Ihre Fingermarken auf der Haut, diese wird oben dunkel und unten silbern. Auch organisch verändern sie sich, sie können jetzt Salzwasser durch ihre Kiemen und Nieren ausfi ltern. Dieser Prozess nennt sich „Smoltifikation“ und ist notwendig um im Meer zu überleben.

GEFARMTE LACHSE

Die Lachse werden in Netzgehegen in den Fjorden gehalten. Je nachdem wie schwer ein Lachs werden soll, verbleibt er zwischen 14 und 22 Monaten in den Gehegen. Kleinere Lachse wiegen zwischen drei und vier Kilo, größere Lachse bringen bis zu sechs Kilo auf die Waage.

FERTIGES PRODUKT

Wenn die Lachse ausgewachsen und fertig für die Produktion sind, werden sie vorsichtig aus den Netzgehegen in ein Wasserbecken eines Schiff es gepumpt und zur Produktionsstätte gebracht. Dabei hat eine stressfreie Beförderung oberste Priorität, um das Wohlbefinden der Lachse sowie ihre Qualität lückenlos zu gewährleisten. In den Produktionsstätten werden die Fische ausgenommen, gewaschen, nach Größen sowie Qualitäten sortiert und auf Eis gelegt.

Versand

Etwa drei Stunden nachdem sie aus dem Wasser geholt wurden, sind sie bereits auf dem Weg zu norwegischen Fischtheken oder in eines der 100 Länder, die norwegischen Lachs importieren.

Norwegens nachhaltig bewirtschaftete
Aquakulturen gelten weltweit als Vorbild.

Der norwegische Staat setzt gemeinsam mit der Fischindustrie auf strenge Vorschriften, um beispielsweise das Wohlergehen der Lachse sicherzustellen, den Weg der Fische vom Ursprung bis hin zur Fischtheke lückenlos zurückzuverfolgen, die Umwelt zu schonen, die hohen Standards in den Fischereibetrieben zu gewährleisten sowie die Zusammenarbeit mit unabhängigen Wissenschaftlern zu fördern.

Welches Futter bekommen die norwegische Lachse?


Das Lachsfutter besteht aus Fischöl und Fischmehl, Pflanzenöl und pflanzlichen Stoffen sowie Proteinen und Kohlenhydraten.
Das Fischöl und das Fischmehl werden aus Fisch-Sidecuts und aus Wildfisch, der nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist, gewonnen.
Heute stammen circa 70 Prozent des Fischfutters aus vegetabilischen Quellen (Getreide, pflanzliche Stoffe etc.), der Rest kommt aus marinen Quellen (Fischöl, Fischmehl). Das trägt zu Norwegens sehr guter Umweltbilanz bei.

Früher hat man über Antibiotika im Lachs geredet. Gibt es heute noch Antibiotika im norweischen Zuchtlachs?

Norwegischer Lachs ist gesund. Wenn sie ganz klein sind und eine Länge von circa 15 Zentimetern haben, werden die Fische gegen die häufigsten Lachskrankheiten geimpft. Zudem gibt es strenge Hygienebestimmungen, die Krankheiten in Aquakultur verhindern.
Seit den 1990er Jahren ist die Lachsproduktion in Norwegen von 50.000 Tonnen auf über 1 Million Tonnen gestiegen. Der Einsatz von Antibiotika ist dabei im gleichen Zeitraum um 99 Prozent gesunken.

Es wird viel Lachs in Norwegen gezüchtet. Ist das nicht Massentierhaltung?

Nein, die Lachszucht in Norwegen ist keine Massentierhaltung. Denn der norwegische Lachs hat viel Freiraum. Die gesetzlich festgelegte Regel gibt
folgendes Verhältnis zwischen Fisch und Wasser pro Netzgehege vor: 2,5 Prozent Fisch bei 97,5 Prozent Wasser.
Dabei hat jedes Netzgehege einen Umfang von bis zu 200 Metern und eine Tiefe von bis zu 50 Metern.

Sind die Maßnahmen zur Bekämpfung von Lachsläusen schädlich für die Umwelt oder für Krebstiere?

Die Aquakulturbetriebe wenden eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung von Lachsläusen an, wie zum Beispiel den Einsatz von
Lippfi schen oder von gesetzlich erlaubten Arzneimitteln. Sämtliche eingesetzte Arzneimittel sind von der Norwegischen Arzneimittelbehörde
(NOMA) nach gründlichen
Tests zugelassen worden. Damit mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und der Einsatz von Arzneimitteln auf ein Minimum reduziert werden können, unterliegt der Einsatz solcher Substanzen sehr strengen Regelungen. Die Verwendung von Arzneimitteln, die Krebstieren im Umfeld von Aquakulturen schaden könnten, ist in den Sommermonaten streng reglementiert, da die meisten Krebse in dieser Zeit ihre Schalen abwerfen.

Ist es eine Verschwendung von natürlichen Ressourcen, wenn Lachs aus Aquakultur mit Fischmehl aus Wildfi schengefüttert wird?

Im Bereich der industriellen Tierzucht gehört die Produktion von Lachs aus Aquakultur zu den ressourcenschonendsten Verfahren. Heute benötigt man etwa 1,15 Kilo Fischfutter, um ein Kilo Lachs zu produzieren. Für die 1,15 Kilo Fischfutter werden circa 2,0 bis 2,5 Kilo Wildfi sch benötigt, bestehend aus Fischresten (28 Prozent) oder aus Fischen, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Zum Vergleich: Ein Wildlachs braucht bis zu zehn Kilo Nahrung, um ein Kilo Gewicht zuzulegen.

Warum ist Wildfi sch, der für die Herstellung von Fischfutter verwendet wird, nicht für den menschlichen Verzehr geeignet?

Nicht alle Fischarten sind für den direkten menschlichen Verzehr geeignet oder werden nachgefragt.
Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge sind 75 Prozent der weltweiten Fischproduktion für den menschlichen Verzehr vorgesehen. Der Rest wird hauptsächlich für die Herstellung von Fischmehl und Fischöl verwendet.